Unternehmen, die Wertanalyse oder Value Engineering neu einführen möchten, stehen häufig vor zwei Fragen:
Wie qualifizieren wir unsere Mitarbeiter?
und:
Mit welchem Projekt starten wir?
Beides sollte möglichst zusammen gedacht werden.
Ein geeignetes Pilotprojekt ermöglicht, die Methodik an einer realen Unternehmensaufgabe anzuwenden und gleichzeitig internes Wissen aufzubauen.
Warum ein Pilotprojekt sinnvoll ist
Reine Methodenschulung vermittelt Grundlagen.
Die eigentlichen Herausforderungen entstehen jedoch in der Anwendung:
- Funktionen sauber formulieren,
- unterschiedliche Fachbereiche zusammenführen,
- Kosten belastbar zuordnen,
- Kundenanforderungen gewichten,
- Kreativphasen moderieren,
- Ideen bewerten,
- Umsetzung steuern.
Ein Pilotprojekt macht diese Fragen konkret.
Das richtige Pilotprojekt auswählen
Das erste Projekt sollte relevant genug sein, damit Ergebnisse für das Unternehmen sichtbar werden.
Gleichzeitig darf es nicht so politisch oder technisch überladen sein, dass die neue Methodik unter dem Projektrisiko verschwindet.
Geeignete Kriterien können sein:
- erkennbarer wirtschaftlicher Handlungsdruck,
- ausreichend belastbare Daten,
- echtes Optimierungspotenzial,
- überschaubare Systemgrenze,
- verfügbares interdisziplinäres Team,
- Unterstützung durch das Management,
- realistische Umsetzungsoptionen.
Eine Projekt-Potenzialanalyse kann die Auswahl unterstützen.
Externe Moderation und interne Beteiligung verbinden
Bei einer Neueinführung kann externe Moderation helfen, den methodischen Prozess stabil zu führen.
Gleichzeitig sollten interne Mitarbeiter aktiv mitarbeiten und schrittweise Verantwortung übernehmen.
Dadurch entsteht nicht nur ein Projektergebnis, sondern auch Kompetenz.
Projekt und Qualifizierung verzahnen
Ein sinnvoller Einführungsweg kann beispielsweise bestehen aus:
- Grundlagenschulung
- Auswahl eines Pilotprojekts
- begleitetes Wertanalyseprojekt
- Reflexion und Transfer
- vertiefte Qualifizierung interner Mitarbeiter
- weitere Projekte mit wachsender interner Verantwortung
Die konkrete Ausgestaltung hängt vom Unternehmen und vom vorhandenen Methodenwissen ab.
Nach dem Pilotprojekt
Entscheidend ist, was nach dem ersten Projekt geschieht.
Zu klären sind beispielsweise:
- Welche Mitarbeiter sollen weitere Projekte moderieren?
- Wie werden Projektthemen ausgewählt?
- welche Standards und Vorlagen werden genutzt?
- wie werden Projekterfahrungen dokumentiert?
- wer verfolgt Umsetzungen?
- welche Qualifizierung ist erforderlich?
Bei größerem Umfang kann daraus eine organisatorische Struktur wie ein Value Management Office entstehen.
