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für Kostenoptimierung, Funktionenanalyse und wertorientierte
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Value Management Office: Von einzelnen Wertanalyseprojekten zur dauerhaften Kompetenz

Fachlich verantwortet von Dr.-Ing. Jörg Marchthaler, Value Coaching Marchthaler

Viele Unternehmen starten Wertanalyse oder Value Engineering mit einem einzelnen Pilotprojekt. Das kann ein sinnvoller Einstieg sein.

Die größere Herausforderung beginnt jedoch danach:

Wie wird aus einem erfolgreichen Einzelprojekt eine dauerhaft nutzbare Fähigkeit des Unternehmens?

Eine mögliche organisatorische Antwort ist ein Value Management Office – also eine zentrale oder koordinierende Funktion, die Methoden, Projekte, Qualifizierung und Wissen rund um Wertanalyse und Value Management zusammenführt.

Der Begriff beschreibt dabei kein zwingend standardisiertes Organisationsmodell. Ausgestaltung, Größe und Verantwortung müssen zur jeweiligen Organisation passen.

Warum einzelne Projekte häufig nicht ausreichen

Nach einem Pilotprojekt entstehen häufig typische Fragen:

  • Welche Produkte eignen sich als nächste Projekte?
  • Wer moderiert zukünftige Wertanalyseprojekte?
  • Wie werden Methoden einheitlich eingesetzt?
  • Wie werden Erfahrungen aus Projekten weitergegeben?
  • Wer qualifiziert neue Mitarbeiter?
  • Wie werden Ergebnisse und Umsetzungen nachverfolgt?
  • Wie lassen sich Wertanalyse, Cost Engineering, Target Costing und Produktentwicklung verbinden?

Ohne klare Zuständigkeit besteht das Risiko, dass die Methode nach einem erfolgreichen Projekt wieder an Bedeutung verliert.

Welche Aufgaben kann ein Value Management Office übernehmen?

Je nach Unternehmen kann eine koordinierende Value-Management-Funktion beispielsweise folgende Aufgaben übernehmen:

Projekte auswählen und priorisieren

Nicht jedes Produkt ist gleichermaßen für ein Wertanalyseprojekt geeignet. Eine zentrale Funktion kann Projekt-Potenzialanalysen koordinieren und gemeinsam mit Management und Fachbereichen Prioritäten setzen.

Methodische Standards bereitstellen

Dazu können Arbeitspläne, Vorlagen, Moderationsstandards, Bewertungsmethoden und ein gemeinsames Verständnis zentraler Begriffe gehören.

Moderatoren und Teams unterstützen

Interne Wertanalytiker und Value Manager benötigen praktische Erfahrung, Austausch und gegebenenfalls Coaching bei anspruchsvollen Projekten.

Wissen sichern

Erfolgreiche Lösungen, Lessons Learned, Benchmarks und Vorgehensweisen sollten nicht in einzelnen Projektteams verbleiben.

Qualifizierung organisieren

Ein nachhaltiges System verbindet Projektarbeit und Weiterbildung. Mitarbeiter können schrittweise an Moderation, Methoden und Verantwortung herangeführt werden.

Schnittstellen verbinden

Wertanalyse überschneidet sich in der Praxis mit Produktentwicklung, Einkauf, Cost Engineering, Produktmanagement, Produktion, Nachhaltigkeit und Unternehmensstrategie. Eine koordinierende Stelle kann helfen, Doppelarbeit und Methodensilos zu reduzieren.

Zentral oder dezentral?

Ein Value Management Office muss nicht zwingend eine große zentrale Abteilung sein.

Mögliche Modelle reichen von:

  • einer zentralen Fachstelle,
  • einem kleinen Kompetenzteam,
  • einer koordinierenden Rolle,
  • einem Netzwerk aus Wertanalytikern in verschiedenen Bereichen,
  • bis zu hybriden Modellen.

Entscheidend ist weniger der Name als die Frage, ob Verantwortlichkeiten, Methodenkompetenz und Projektsteuerung dauerhaft gesichert sind.

Verbindung zur wertorientierten Unternehmensführung

Value Management geht über einzelne Kostensenkungsprojekte hinaus.

Die zugrunde liegende Logik verbindet den Wert für Kunden und weitere Stakeholder mit Funktionen, Aufwand und Zielerreichung. Eine organisatorische Verankerung kann dazu beitragen, diese Denkweise regelmäßig in Produkt-, Prozess- und Managemententscheidungen einzubeziehen.

Wann lohnt sich eine organisatorische Verankerung?

Ein Value Management Office oder eine vergleichbare Funktion ist besonders interessant, wenn:

  • regelmäßig Wertanalyse- oder Value-Engineering-Projekte durchgeführt werden,
  • mehrere Geschäftsbereiche oder Standorte beteiligt sind,
  • interne Moderatoren aufgebaut werden sollen,
  • Projektauswahl systematisiert werden soll,
  • Methodenwissen nicht von einzelnen Personen abhängen soll,
  • Kosten- und Wertorientierung dauerhaft in Entwicklungsprozesse integriert werden soll.

Schrittweise Einführung statt großer Organisation

Eine sinnvolle Einführung beginnt häufig klein:

  1. Pilotprojekt durchführen
  2. Erfahrungen auswerten
  3. interne Rollen und Verantwortlichkeiten definieren
  4. geeignete Mitarbeiter qualifizieren
  5. Projekt-Potenzialanalyse etablieren
  6. Standards und Vorlagen entwickeln
  7. regelmäßigen Erfahrungsaustausch organisieren
  8. Integration in Entwicklungs- und Managementprozesse ausbauen

So kann die Organisation mit dem tatsächlichen Bedarf wachsen.

Unterstützung durch Value Coaching

Value Coaching kann Unternehmen sowohl bei konkreten Wertanalyseprojekten als auch beim Aufbau methodischer Kompetenz unterstützen. Dazu gehören Projektmoderation, Qualifizierung, Methodenentwicklung und die strukturierte Einführung von Value Management in bestehende Abläufe.

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