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Fachartikel und Ratgeber zu
Wertanalyse und Value Management
Hier finden Sie Hintergründe, Methodenwissen und praktische Impulse
für Kostenoptimierung, Funktionenanalyse und wertorientierte
Produktentwicklung.

Was macht ein Wertanalytiker / Value Manager?

Fachlich verantwortet von Dr.-Ing. Jörg Marchthaler, Value Coaching Marchthaler

Wertanalyseprojekte verbinden technische, wirtschaftliche und kundenbezogene Fragestellungen. Sie betreffen häufig mehrere Fachbereiche gleichzeitig und benötigen neben Methodenkenntnis auch Moderation, Struktur und Projektführung.

Daraus ergibt sich die Rolle des Wertanalytikers beziehungsweise Value Managers.

Der VDI beschreibt das Berufsbild in VDI 2801 Blatt 1. Die Richtlinie dient unter anderem als Orientierung für Praktiker, Personalentwicklung, Führungskräfte und Weiterbildungsanbieter und beschreibt erwartete Kompetenzen und Aufgaben.

Die Rolle geht über Kostenanalyse hinaus

Ein Wertanalytiker ist nicht lediglich ein Kostenrechner.

Zu seiner Aufgabe gehört es, einen wertorientierten Problemlösungsprozess zu unterstützen oder zu führen. Dabei werden Funktionen, Kosten, Kundennutzen und technische Lösungen miteinander verbunden.

Je nach Unternehmen und Verantwortungsumfang können typische Aufgaben sein:

  • Wertanalyseprojekte vorbereiten
  • Projektziele und Untersuchungsumfang klären
  • interdisziplinäre Teams zusammenstellen oder moderieren
  • Kundenanforderungen und Wettbewerb strukturieren
  • Funktionenanalysen durchführen
  • Funktionenkosten und Potenziale bewerten
  • Kreativ- und Lösungsworkshops moderieren
  • Bewertungsprozesse strukturieren
  • Konzepte und Entscheidungen vorbereiten
  • Umsetzung und Projektfortschritt begleiten
  • Methodenwissen im Unternehmen weiterentwickeln

Warum Moderationskompetenz so wichtig ist

Viele Wertanalysefragen lassen sich nicht von einer einzelnen Fachabteilung lösen.

Entwicklung, Einkauf, Produktion, Produktmanagement, Controlling und Management bringen unterschiedliche Ziele, Informationen und Erfahrungen ein.

Der Wertanalytiker muss deshalb nicht in jedem technischen Detail der beste Spezialist sein. Entscheidend ist vielmehr, die vorhandene Expertise des Teams methodisch zusammenzuführen.

Dazu gehören beispielsweise:

  • klare Fragestellungen
  • strukturierte Workshops
  • lösungsneutrale Funktionsbetrachtung
  • Umgang mit Zielkonflikten
  • Priorisierung
  • nachvollziehbare Entscheidungen
  • Ergebnisorientierung

Fachliche und methodische Kompetenz

Ein Value Manager sollte die zentralen Methoden und Zusammenhänge der Wertanalyse sicher verstehen und anwenden können.

Dazu gehören je nach Einsatzgebiet unter anderem:

  • Wertanalyse und Value Engineering
  • Value Management
  • Funktionenanalyse
  • Funktionenkostenanalyse
  • Kundenanforderungsanalyse und QFD
  • Kreativitätstechniken
  • Bewertungsmethoden
  • Projektmanagement
  • Teamarbeit und Moderation
  • wirtschaftliche Bewertung

Die konkrete Ausprägung hängt von Rolle, Branche und Unternehmen ab.

Wertanalytiker als interner Multiplikator

In Unternehmen mit regelmäßigen Wertanalyseprojekten übernimmt die Rolle häufig zusätzlich eine Multiplikatorfunktion.

Erfahrene Wertanalytiker können:

  • neue Projektteams methodisch unterstützen,
  • Standards weiterentwickeln,
  • Projektauswahl unterstützen,
  • Lessons Learned sichern,
  • interne Moderatoren aufbauen,
  • Schnittstellen zu Cost Engineering, Produktentwicklung oder Einkauf verbessern.

Damit wird die Qualifikation nicht nur für einzelne Workshops, sondern für die dauerhafte methodische Kompetenz des Unternehmens relevant.

Offizielles Berufsbild des VDI

VDI 2801 Blatt 1 beschreibt das Berufsbild des Wertanalytikers / Value Managers und die erwarteten Kompetenzen und Aufgaben. Ergänzend behandelt VDI 2801 Blatt 2 Anforderungen an die Qualifizierung.

Wie wird man Wertanalytiker / Value Manager?

Die Qualifizierung zum Wertanalytiker / Value Manager erfolgt stufenweise und verbindet theoretische Methodenkenntnis mit praktischer Anwendung.

Die Ausbildung gliedert sich in drei Module: Wertanalyse Modul 1, Modul 2 und Modul 3.

Im Modul 1 werden zunächst die Grundlagen der Wertanalyse und des Value Management vermittelt. Die Teilnehmer lernen die wesentlichen Methoden kennen und wenden diese anhand eines durchgängigen Fallbeispiels praktisch an.

In den Modulen 2 und 3 werden die Methoden weiter vertieft. Gleichzeitig verändert sich zunehmend die Rolle der Seminarteilnehmer: Sie wenden die Methoden nicht nur selbst an, sondern übernehmen auch Teile der Moderation und üben, Wertanalyse-Methoden strukturiert in einem Team anzuleiten.

Für die Qualifizierung sind dabei insbesondere relevant:

  • Grundlagen der Wertanalyse und des Value Management
  • praktische Anwendung der Methoden
  • Moderation und Teamarbeit
  • Durchführung beziehungsweise Begleitung realer Projekte
  • vertiefte Qualifizierung entsprechend dem angestrebten Kompetenzniveau

Die Ausbildung schließt mit einer Prüfung zum Wertanalytiker VDI ab.

Für wen ist die Qualifikation interessant?

Die Ausbildung ist besonders relevant für Mitarbeiter aus:

  • Entwicklung und Konstruktion
  • Cost Engineering
  • Einkauf
  • Produktion
  • Produktmanagement
  • Projektmanagement
  • Unternehmensentwicklung
  • internen Methoden- und Verbesserungsfunktionen

Auch Führungskräfte profitieren von einem grundlegenden Verständnis, wenn sie Wertanalyseprojekte initiieren oder verantworten.

Qualifizierung bei Value Coaching

Value Coaching bietet die Qualifizierung zum Wertanalytiker VDI an.

Dr.-Ing. Jörg Marchthaler ist im VDI-Fachbereich Value Management und Wertanalyse aktiv und mit Veröffentlichungen und Richtlinienarbeit im Themengebiet verbunden. Die jeweils aktuellen Funktionen und Nachweise sollten auf dem Expertenprofil verlinkt werden.

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