Technische Entscheidungen werden häufig über Stückkosten verglichen.
Das ist notwendig, aber nicht immer ausreichend.
Eine Lösung kann beispielsweise einen niedrigeren Teilepreis besitzen und gleichzeitig:
- höhere Werkzeugkosten verursachen
- mehr Ausschuss erzeugen
- Montage erschweren
- zusätzliche Prüfung benötigen
- Lieferkettenrisiken erhöhen
Je nach Entscheidung sollte deshalb ein breiterer Gesamtkostenrahmen betrachtet werden.
Welche Kosten gehören zu „Total Cost“?
Es gibt keine universelle Kostenliste für jede Entscheidung.
Je nach Fragestellung können berücksichtigt werden:
- Anschaffungs- oder Stückkosten
- Werkzeuge
- Investitionen
- Logistik
- Bestände
- Qualitätsaufwand
- Ausschuss und Nacharbeit
- Montage
- Wartung
- Änderungsaufwand
- gegebenenfalls Kosten über die Nutzungsdauer
Entscheidend ist, nur die Kosten einzubeziehen, die für die konkrete Alternative relevant sind.
Total Cost und Make-or-Buy
Gerade bei Make-or-Buy-Entscheidungen kann ein reiner Vergleich zwischen internem Herstellpreis und Lieferantenangebot irreführend sein.
Zu prüfen sind beispielsweise:
- Investitionen
- Kapazität
- Logistik
- Qualität
- Betreuung
- Risiko
- Flexibilität
Strategische Kriterien gehören zusätzlich zur Entscheidung.
Total Cost und Wertanalyse
Wertanalyse ergänzt die Gesamtkostenbetrachtung um die Funktions- und Nutzenperspektive.
Eine Lösung darf nicht nur wirtschaftlich günstig sein.
Sie muss die erforderlichen Funktionen zuverlässig erfüllen.
Damit verbindet sich:
Kosten → Funktion → Kundennutzen → Risiko.
Nicht jede indirekte Kostenposition exakt zurechnen
Bei Total-Cost-Modellen besteht die Gefahr, immer mehr Kostenarten einzubeziehen.
Das Modell kann dadurch komplex werden, ohne automatisch besser zu werden.
Die Betrachtung sollte sich auf entscheidungsrelevante Unterschiede zwischen den Alternativen konzentrieren.
