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Produktentwicklung.

Kostensenkung darf Risiken nicht nur verlagern

Fachlich verantwortet von Dr.-Ing. Jörg Marchthaler, Value Coaching Marchthaler

Wertanalyse eröffnet neue technische und wirtschaftliche Lösungsräume.

Damit entstehen Chancen – aber auch Unsicherheiten.

Eine vermeintlich günstigere Lösung kann beispielsweise:

  • technische Risiken erhöhen
  • neue Lieferantenabhängigkeiten schaffen
  • zusätzliche Entwicklungszeit benötigen
  • Qualitätsprobleme verursachen
  • Zulassungen beeinflussen

Deshalb gehört Risikobetrachtung zum Wertanalyseprozess.

Risiken bereits bei der Projektdefinition betrachten

Im Wertanalyse-Arbeitsplan ist die Risikoanalyse nicht erst am Ende vorgesehen.

Bereits bei Arbeitsschritt 0 wird die Durchführbarkeit des Projekts untersucht und Risiken werden analysiert.

In Arbeitsschritt 1.9 werden:

Projekt- und Produktrisiken analysiert

und damit die Basis für eine projektbegleitende Risikoanalyse geschaffen.

Projektrisiken und Produktrisiken unterscheiden

Projektrisiken

Sie betreffen die Durchführung des Wertanalyseprojekts.

Beispiele:

  • fehlende Daten
  • mangelnde Ressourcen
  • unklare Entscheidungskompetenz
  • unzureichende Teamverfügbarkeit
  • zu enger Zeitrahmen
  • fehlende Managementunterstützung

Produktrisiken

Sie betreffen das Wertanalyseobjekt beziehungsweise die vorgeschlagenen Lösungen.

Beispiele:

  • Funktionsverlust
  • Qualitätsprobleme
  • technische Unsicherheit
  • Lieferkettenrisiko
  • Lebensdauerrisiko
  • regulatorische Auswirkungen

Die genaue Risikostruktur hängt vom Projekt ab.

Risiken verändern sich im Projektverlauf

Zu Beginn sind Risiken häufig grob.

Mit zunehmender Konkretisierung der Lösungen können sie detaillierter bewertet werden.

Das bedeutet:

Risikoanalyse ist kein einmaliger Arbeitsschritt.

Sie sollte projektbegleitend aktualisiert werden.

In der Lösungsbewertung erneut prüfen

Arbeitsschritt 7 des Wertanalyse-Arbeitsplans sieht bei der Bewertung ganzheitlicher Vorschläge ausdrücklich auch eine Risikoanalyse vor.

Das ist sinnvoll, weil zu diesem Zeitpunkt konkretere technische Konzepte vorliegen.

Jetzt kann besser beurteilt werden:

  • welche Risiken eine Lösung besitzt
  • welche Maßnahmen erforderlich sind
  • ob zusätzliche Prüfungen notwendig sind
  • welche Restrisiken akzeptabel sind

Risiko ist nicht gleich Ausschluss

Innovative Ideen besitzen häufig zunächst höhere Unsicherheit.

Wenn jede Unsicherheit sofort zum Ausschluss führt, wird der Lösungsraum stark eingeschränkt.

Deshalb sollte unterschieden werden zwischen:

  • unbekanntem Risiko
  • beherrschbarem Risiko
  • nicht akzeptablem Risiko

Eine fundierte Entscheidung benötigt Transparenz, nicht reflexhafte Ablehnung.

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