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Wertanalyse und Value Management
Hier finden Sie Hintergründe, Methodenwissen und praktische Impulse
für Kostenoptimierung, Funktionenanalyse und wertorientierte
Produktentwicklung.

Zwei Angebote mit unterschiedlichen Preisen erklären noch nicht den Unterschied

Fachlich verantwortet von Dr.-Ing. Jörg Marchthaler, Value Coaching Marchthaler

Im Einkauf liegen häufig mehrere Angebote für ein Bauteil oder eine Baugruppe vor.

Ein Preisvergleich zeigt, welcher Lieferant günstiger anbietet.

Er erklärt jedoch nicht automatisch:

Warum unterscheiden sich die Preise?

Für eine belastbare Diskussion ist deshalb technisches Kostenverständnis hilfreich.

Welche Informationen können geprüft werden?

Je nach Bauteil beispielsweise:

  • Material
  • Materialmenge
  • Fertigungsverfahren
  • Zykluszeit
  • Maschinenkonzept
  • Werkzeuge
  • Ausschuss
  • Oberflächenbehandlung
  • Montage
  • Prüfaufwand
  • Verpackung und Logistik

Nicht jede Information ist aus einem Angebot direkt verfügbar.

Technische Plausibilität statt vermeintliche Exaktheit

Cost Breakdown und Should Costing können helfen, einen plausiblen Kostenrahmen zu modellieren.

Dieser Rahmen basiert auf Annahmen.

Er sollte deshalb nicht als exakte Rekonstruktion der Lieferantenkalkulation dargestellt werden.

Die Stärke liegt in der Frage:

Welche technischen Faktoren müssten vorliegen, damit dieser Preis nachvollziehbar wird?

Preisunterschiede können sachliche Gründe haben

Ein höheres Angebot kann beispielsweise verursacht sein durch:

  • andere Prozessauslegung
  • kleinere Losgröße
  • höhere Qualitätsanforderung
  • geringere Auslastung
  • zusätzliche Prüfungen
  • andere Materialquelle
  • Investitionen
  • höheres Risiko

Deshalb sollte eine Kostenanalyse nicht automatisch als Verhandlungsargument gegen den Lieferanten verwendet werden.

Technische Zusammenarbeit statt nur Preisverhandlung

Besonders interessant wird die Analyse, wenn der Lieferant eigene Verbesserungsvorschläge einbringen kann.

Beispiele:

  • Toleranz anpassen
  • Werkstoff ändern
  • Standardprozess einsetzen
  • Geometrie fertigungsgerechter gestalten
  • mehrere Teile integrieren

Dann wird aus Preisplausibilisierung eine gemeinsame Kostenoptimierung.

Verbindung zur Wertanalyse

Wenn ein Bauteil auch nach technischer Optimierung teuer bleibt, kann eine grundlegendere Frage notwendig sein:

Brauchen wir diese Lösung überhaupt in dieser Form?

Hier setzt die Funktionenorientierung der Wertanalyse an.

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