Ein Produkt besitzt häufig einige besonders große Kostenpositionen.
Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass genau dort das größte Optimierungspotenzial liegt.
Ein Kostentreiber ist eine Ursache oder Einflussgröße, die Kosten wesentlich beeinflusst.
Beispiele können sein:
- hoher Materialeinsatz
- komplexe Geometrie
- enge Toleranzen
- viele Bearbeitungsschritte
- geringe Stückzahl
- hoher Ausschuss
- aufwendige Montage
- Sonderteile
- hohe Variantenvielfalt
- spezielle Prüfanforderungen
Kostenposition und Kostentreiber unterscheiden
Ein teures Bauteil ist eine Kostenposition.
Warum es teuer ist, zeigt erst die Analyse.
Beispiel:
Ein Gehäuse kann hohe Kosten verursachen, weil:
- viel Material eingesetzt wird
- Zerspanungszeit hoch ist
- Toleranzen eng sind
- Oberfläche aufwendig ist
- Stückzahlen gering sind
Diese Ursachen eröffnen völlig unterschiedliche Lösungswege.
Technische Ursachen sichtbar machen
Cost Engineering hilft, Kosten auf technische Einflussgrößen zurückzuführen.
Wertanalyse ergänzt die Frage:
Warum brauchen wir diese technische Lösung beziehungsweise welche Funktion erfüllt sie?
Damit wird vermieden, lediglich den bestehenden Prozess etwas günstiger zu machen.
Kostentreiber entlang der Wertschöpfung
Kostentreiber können an unterschiedlichen Stellen liegen:
Produktdesign
- Materialwahl
- Geometrie
- Bauteilanzahl
- Toleranzen
- Varianten
Beschaffung
- Sonderteile
- geringe Volumina
- Lieferantenstruktur
- Materialmarkt
Fertigung
- Maschinenzeit
- Rüstaufwand
- Ausschuss
- Nacharbeit
Montage
- viele Fügeoperationen
- schlechte Zugänglichkeit
- hohe manuelle Anteile
Priorisieren statt alles bearbeiten
Ein Projekt sollte nicht versuchen, jeden identifizierten Kostentreiber gleichzeitig zu bearbeiten.
Relevant sind insbesondere Treiber, die:
- einen hohen Kostenhebel besitzen
- technisch beeinflussbar sind
- im Projektzeitraum bearbeitet werden können
- nicht durch unveränderbare Randbedingungen bestimmt sind
Hier verbindet sich Cost Engineering mit Projekt-Potenzialanalyse und Wertanalyse.
Weiterführende Inhalte
- Kostentransparenz als Grundlage der Produktkostenoptimierung
- Cost Breakdown: Produktkosten strukturiert analysieren
- Funktionenkostenanalyse: Kosten den Funktionen zuordnen
- Produktkosten systematisch senken
- Toleranzen und Spezifikationen als Kostentreiber
- Material und Fertigungsverfahren
- Variantenvielfalt reduzieren
