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bei Funktionen, Kosten und
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Die Methodenseite bündelt die wichtigsten Grundlagen, Analyseansätze
und Werkzeuge für strukturierte Wertanalyse- und Value-Management-Projekte.

Bewerten in der Wertanalyse: Von vielen Ideen zu tragfähigen Konzepten

Fachlich verantwortet von Dr.-Ing. Jörg Marchthaler, Value Coaching Marchthaler

Eine erfolgreiche Kreativphase kann eine große Zahl von Ideen erzeugen. Danach beginnt eine mindestens ebenso wichtige Aufgabe:

Welche dieser Ideen sollen weiterverfolgt werden?

Eine schnelle Abstimmung nach Bauchgefühl reicht dafür häufig nicht aus.

In einem interdisziplinären Team werden Lösungen aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet. Was technisch interessant ist, kann hohe Investitionen erfordern. Eine günstige Lösung kann Kundenanforderungen verschlechtern. Eine innovative Idee kann mit hohen Risiken oder langen Entwicklungszeiten verbunden sein.

Die Bewertung schafft eine gemeinsame Entscheidungsgrundlage.

Warum Ideen nicht zu früh aussortiert werden sollten

Ideen sind zu Beginn häufig noch unvollständig.

Wird in der Kreativphase sofort über Machbarkeit, Risiken und Kosten diskutiert, können ungewöhnliche Ansätze zu früh verworfen werden.

Deshalb werden Ideenfindung und Bewertung in der Wertanalyse sinnvollerweise getrennt.

Erst werden Lösungsräume geöffnet. Danach werden Vorschläge konkretisiert und anhand geeigneter Kriterien beurteilt.

Welche Kriterien können relevant sein?

Die Auswahl hängt vom Projekt ab.

Mögliche Kriterien sind:

  • Erfüllung von Kundenanforderungen
  • Einfluss auf relevante Funktionen
  • erwartete Kostenwirkung
  • Investitionsbedarf
  • technische Machbarkeit
  • Entwicklungsaufwand
  • Produktionsfähigkeit
  • Qualität
  • Zuverlässigkeit
  • Terminwirkung
  • Risiko
  • Nachhaltigkeitswirkung
  • Lieferantenabhängigkeit
  • Umsetzbarkeit

Nicht jedes Projekt braucht alle Kriterien.

Entscheidend ist, vor der Bewertung festzulegen, welche Aspekte für die konkrete Entscheidung tatsächlich relevant sind.

Vom Einzelvorschlag zum Konzept

Einzelne Ideen sind häufig nicht unabhängig voneinander.

Eine konstruktive Änderung kann beispielsweise nur funktionieren, wenn gleichzeitig ein Fertigungsverfahren angepasst oder eine andere Komponente verändert wird.

Deshalb besteht die Aufgabe nicht nur darin, Ideen in eine Rangfolge zu bringen.

Ein wichtiger Schritt ist die Konzeptbildung:

  • Welche Ideen ergänzen sich?
  • Welche schließen sich gegenseitig aus?
  • Welche Kombination erfüllt die Anforderungen am besten?
  • Welche Abhängigkeiten bestehen?
  • Welche Auswirkungen entstehen auf andere Bereiche?

Erst solche Konzepte können belastbar mit dem Ausgangszustand oder mit alternativen Konzepten verglichen werden.

Wie aus einzelnen Ideen vergleichbare Gesamtlösungen entstehen, beschreibt der Fachartikel Konzeptbildung in der Wertanalyse.

Bewertung schafft Transparenz, keine mathematische Wahrheit

Bewertungsmethoden können Entscheidungen strukturieren.

Sie ersetzen jedoch nicht fachliche Verantwortung.

Eine Punktzahl ist nur so belastbar wie:

  • die verwendeten Kriterien,
  • deren Gewichtung,
  • die zugrunde liegenden Informationen
  • und die Qualität der Einschätzungen.

Deshalb sollte eine Bewertung nachvollziehbar dokumentieren, warum ein Konzept besser oder schlechter eingeschätzt wird.

Für die Gewichtung der Kriterien eignet sich beispielsweise der gewichtete Dualvergleich.

Ausgearbeitete Konzepte lassen sich anschließend mit einer Nutzwertanalyse systematisch vergleichen.

Bewertung im interdisziplinären Team

Gerade bei Wertanalyseprojekten ist es hilfreich, wenn nicht ein einzelner Fachbereich die Entscheidung vorbereitet.

Entwicklung, Einkauf, Produktion, Qualität, Produktmanagement und weitere Beteiligte bringen unterschiedliche Informationen ein.

Dadurch können Zielkonflikte früher sichtbar werden.

Die Moderation sorgt dafür, dass Kriterien und Argumente transparent behandelt werden und nicht ausschließlich Hierarchie oder Lautstärke entscheiden.

VDI 2808 als methodische Grundlage

Der VDI behandelt das Bewerten in der Wertanalyse in der Richtlinienreihe VDI 2808.

VDI 2808 Blatt 1 beschreibt Vorgehen und Werkzeuge, Blatt 2 enthält Anwendungsbeispiele.

Die Richtlinien beziehen Bewertungen sowohl auf Produkte als auch auf Prozesse.

Bewertung und wirtschaftliche Entscheidung

Nach einer ersten methodischen Bewertung folgt häufig eine detailliertere wirtschaftliche Betrachtung.

Dazu können gehören:

  • erwartete Herstellkosten
  • einmalige Aufwendungen
  • Investitionen
  • Entwicklungsaufwand
  • Einsparpotenzial
  • Umsetzungsdauer
  • Business Case

So wird aus der methodischen Priorisierung eine konkrete Entscheidungsgrundlage für das Unternehmen.

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